Februar 11, 2020

Gerd Meyerhofer

Die 80 Lebensjahre sieht man ihn nicht an und auch nicht, dass Gerd Meyerhofer elffacher Welt-, 15-facher Europa-, 26-facher Deutscher und 19-facher Landesmeister ist und 17 Weltrekorde erreicht hat. Auch die Bilanz von 2018 kann sich sehen lassen: jeweils zweimal Deutscher-, Europa- und Weltmeister. Hinzu kommen drei Weltrekorde.

„Das abgestandene Prädikat rüstige Rentner überlasse ich den Nordic-Walkern-Dauerläufern dieser Welt“, sagt er und bewegt in der Woche dreimal sechs Tonnen Eisen, fährt Rad und spielt Tennis. Dabei hätte das Schicksal auch einen ganz anderen Weg einschlagen können. Von Krankheiten wurde der Sportler nicht verschont. Er hat nicht nur um Rekorde, sondern auch gegen den Krebs gekämpft. Deshalb sieht er sich auch als „Weltmeister im zweiten Leben“.

Meyerhofer strotzt aktuell bei seinem Start bei der Deutschen Meisterschaft auf der Insel Usedom in Zinnowitz nur so vor Energie. Bei den Titelkämpfen des Weltverbandes der Amateurgewichtheber feierte der Oldie einen Doppelsieg im Kreuzheben.

Ruhe? „Leider nicht möglich“

Meyerhofer stellte an der Ostseeküste sein Kämpferherz unter Beweis. Er schaffte die angepeilten 100 Kilogramm ohne Equipment. „Das war schon spitzenmäßig“, freute sich der Kraftsportler. Allerdings machte ihm der Umstand zu schaffen, dass er die Konzentration über dreieinhalb Stunden hochhalten musste.

„So kam es auch, das ich in zwei Versuchen mit Equipment die Kniegelenke nicht durchgedrückt habe“, so Meyerhofer. Er schaffte zwar „nur“ 85 Kilogramm, wurde aber auch damit Meister.

Nach den Deutschen Meistertiteln 27 und 28 stellt sich die Frage, wie lange Gerd Meyerhofer, der für den SV Hellas Oranienbaum an den Start geht, noch weitermachen will. „Mein Orthopäde, mit dem ich auch regelmäßig Tennis spiele, meint zwar, ich solle meinem Körper mehr Ruhe gönnen“, sagt Meyerhofer, aber fügt auch entschlossen an: „Leider ist das nicht möglich.“ Denn: „Die nächsten Wettkämpfe stehen bereits vor der Tür.“

EM und WM stehen an

In Kürze steigt die Europameisterschaft in Frauenau im Bayrischen Wald, wo 400 Teilnehmer aus 22 Ländern erwartet werden. Zudem steht auch die Weltmeisterschaft in der USA an – es sind Meyerhofers nächsten Ziele, die er anpeilt. Durch den Sieg bei den DM hat er die Nominierung für die großen Wettkämpfe erreicht. Also, wie lange will Gerd Meyerhofer denn nun noch machen? „So lange es die Gesundheit erlaubt“, sagt er. Auch wenn der Schopf immer grauer wird. 

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